Michael Schäfer, stellv. Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Klimaschutz erklärt zum Beschluss des Landes Berlin, 100 Prozent Ökostrom zu beziehen:
Ab dem 1. Januar 2010 sind in Berlin alle Ampeln auf Grün – jedenfalls was ihre Stromversorgung anbelangt. Nach Bremen und Hamburg wird nun auch das Land Berlin zu 100 Prozent auf Ökostrom umstellen. Nach dem Aus für das geplante Kohlekraftwerk ist dies ein weiterer Erfolg der Berliner Umweltbewegung, vor allem der Entwicklungsorganisation WEED und dem Berliner BUND.
Obwohl Rot-Rot für den neuen Stromliefervertrag die Ökostromquote von 20 Prozent vorgesehen hatte (die gesetzlichen Untergrenze), konnten wir 100 Prozent Ökostrom durchsetzen. Bündnis 90/Die Grünen haben gemeinsam mit den anderen Oppositionsfraktionen die Koalition dazu gezwungen, den Abgeordnetenhausbeschluss zur öffentlichen Vergabe umzusetzen. Dieser sieht vor, dass Umweltkriterien zu einem Drittel berücksichtigt werden. Diese Auflage hat die Finanzverwaltung entgegen der ursprünglichen Planung korrekt umgesetzt.
Zwei Fehler hat die Berliner Stromausschreibung: Erstens fordert sie keinen Ökostrom aus Neuanlagen. Zweitens benachteiligt sie die unabhängigen Anbieter. Die Ausschreibung gibt ein Preisrisiko, das aus einer geplanten bundesrechtlichen Änderung resultiert, einfach in die Anbieter weiter. Die unabhängigen, kleineren Anbieter mussten dieses Risiko im Unterschied zu den Großkonzernen konservativ kalkulieren, so dass sie praktisch keine Chance bei der Stromausschreibung hatten.
Wir rufen alle Berliner StromkundInnen auf, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: Mit dem Wechsel zu einem von den Umweltverbänden empfohlenen Stromanbieter fördern Sie Unternehmen, die unabhängig von den großen Konzernen sind und nicht in Atom- oder Kohlekraftwerke investieren.

Die Neubaupläne für ein Kohlekraftwerk in Berlin sind tot. Berlin hat jetzt die Chance, auf erneuerbare Energien, hocheffiziente Gasheizkraftwerke plus Energieeinsparung zu setzen. Als Vorreiter beim Klimaschutz könnte Berlin auch neue Unternehmen für die Stadt gewinnen. Dafür setzte ich mich im Abgeordnetenhaus ein.